Gutenberg Symposium – Wissenschaft trifft Wirtschaft

1. Gutenberg Symposium - Universität trifft Wirtschaft: Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Dialog über die Vereinbarkeit von Ökologie und Wirtschaft

Über volle Reihen konnten sich die Veranstalter, der Executive MBA-Studiengang (EMBA Mainz) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), beim 1. Gutenberg Symposium - Wirtschaft trifft Wissenschaft im Bismarcksaal der Ehemaligen Sektkellerei Kupferberg in Mainz freuen.

Die Idee, drei hochkarätige Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu dem aktuellen Thema „Ökologie und Wirtschaft” referieren zu lassen, stieß auf breites Interesse. Das Plenum setzte sich aus Hochschulvertretern und Studierenden wie auch aus Vertretern von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und aus der Politik zusammen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Vizepräsidenten für Forschung der JGU, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister. Hofmeister begrüßte die Initiative von EMBA Mainz mit dem Symposium mit dazu beizutragen, dass der Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft verstärkt wird und sich die Universität auch nach außen öffnet.

Für den Fachbereich des Fachbereichs Recht und Wirtschaft hielt der Prodekan, Univ.-Prof. Dr. Roland Euler ein kurzes Grußwort.

Der Leiter des Executive MBA-Studiengangs, Univ.-Prof. Dr. Franz Rothlauf, erläuterte in seiner Begrüßung das mehrdimensionale Format der Veranstaltung, das damit gut zum dem Anspruch des EMBA-Studiengangs passt: Berufsbegleitende Weiterbildung in enger Verzahnung von Wissenschaftund Praxis. Im Zentrum des Programms steht die Vermittlung des aktuellen Stands von Wissenschaft und Forschung in Verbindung mit der praktischen Anwendung an aktuellen Problemstellungen.

Den politischen Blickwinkel erläuterte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin und Grünen-Politikerin, Eveline Lemke. Die Wirtschaftspolitik des 21. Jahrhunderts muss an Nachhaltigkeitausgerichtet sein, um intelligentes Wachstum zu ermöglichen. Sie betonte die besondere Bedeutung einer effizienten Ressourcennutzung: „Wir müssen mit unseren Ressourcen viel effizienter als bisherumgehen. Denn wer aus Weniger Mehr macht, hat die Nase vorn. Wer mit weniger Strom produziert, weniger Materialeinsatz hat, weniger Verschnitt und weniger unnütze Wegstrecke, der steigert den Gewinn und damit seine Konkurrenzfähigkeit. So wachsen in der Wirtschaftspolitik des 21.Jahrhunderts Ökologie und Ökonomie, Umwelt und Wirtschaft, immer mehr zusammen.”

Wissenschaftlich näherte sich der renommierte Stuttgarter Professor für Controlling, erfolgreiche Unternehmensberater und langjährige Dozent bei EMBA Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth der Thematik. „Make Green Profitable” lautete seine Forderung. Die Unternehmen kommenheute nicht mehr umhin, Antworten auf Fragestellungen der Nachhaltigkeit zu geben. Dabei ist es die grüne Herausforderung an die Unternehmenssteuerung Schnittmengen zwischen den beiden Komplexen der Ökonomie und der Ökologie herzustellen. Diese Überschneidungen erkennt Horváth besonders in der Ressourceneffizienz, der Technologieführerschaft sowie dem positiven Image, mit dem eine nachhaltige Unternehmensführung einhergeht.

Ein praktisches Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften gab Professor Fundel, CEO der Flughafen Stuttgart GmbH. Dabei kommt dem Stuttgarter Flughafen seit Jahren eine Vorreiterrolle beinachhaltigem Management und Controlling zu. Erklärtes Ziel der Unternehmensführung ist es dabeies Ziel, dass der Flughafen seine Aufgabe für den Luftverkehr erfüllt, hierbei aber möglichst wenig negative Effekte für nachfolgende Generationen verursacht. Für diesen Ziel wurde der fairport-Kodexentwickelt, in dem die einzelnen Nachhaltigkeitsaktivitäten gesammelt, koordiniert, transparentgemacht und in die Unternehmenssteuerung integriert werden. Sehr anschaulich legte Fundel dar, wie sich z.T. mit einfachen Mitteln, etwa der Verwertung des Grasschnitts vom Flughafengelände in einer nahen Biogasanlage, Ressourcen effizient genutzt werden können.

Nach den drei Fachvorträgen beantworteten die drei Referenten noch Fragen aus dem Plenum.